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Bei modernen Reparaturlacken ist ein gleichmäßiger Metallic-Effekt oft schwieriger zu reproduzieren als die reine Deckkraft. Besonders bei Silber-, Grau- und Perleffekt-Tönen entscheidet die Orientierung der Pigmente darüber, ob der reparierte Bereich unter Tageslicht unauffällig bleibt. In deutschen Lackierbetrieben arbeite ich deshalb mit einem festen Ablauf: Untergrund prüfen, Luftversorgung kontrollieren, Spritzbild testen, Decklack in mehreren kontrollierten Gängen aufbauen und den Effekt erst ganz am Ende mit einer definierten Orientierungsschicht einstellen.
Der Füller muss vollständig durchgehärtet, plan geschliffen und frei von Schleifriefen sein. Für die angrenzende Beilackierzone wähle ich ein feineres Finish, damit sich der Basislack später weich ausnebeln lässt. Nach dem Schleifen wird zunächst sorgfältig abgesaugt, dann mit geeignetem Reiniger entfettet. Abschließend nutze ich ein Staubbindetuch mit sehr geringem Druck. Zu starkes Reiben kann elektrostatische Aufladung erzeugen und unmittelbar vor der Lackierung wieder Staub anziehen.
Vor dem ersten Lackiergang kontrolliere ich den Druck direkt an der Pistole bei gezogener Abzugstaste. Danach stelle ich Materialmenge und Fächer so ein, dass das Spritzbild von oben bis unten gleichmäßig ist. Die Hvlp spray gun Professional Automotive Tools sollte während der gesamten Einstellung mit derselben Schlauch- und Filterkonfiguration betrieben werden, die später auch in der Kabine verwendet wird. Ein air spray gun kann bei zu geringem Luftdurchsatz grobe Tropfen erzeugen, obwohl der statische Leitungsdruck korrekt aussieht.
Die erste Schicht wird gleichmäßig und nicht zu nass appliziert. Ich halte die Pistole parallel zur Fläche und arbeite mit ungefähr 70 bis 80 Prozent Überlappung. Nach vollständiger Ablüftung folgt der nächste Gang. Ziel ist nicht, in einem Schritt maximale Deckung zu erzeugen, sondern eine gleichmäßige Pigmentverteilung. Bei Metallic-Tönen kontrolliere ich bereits nach dem zweiten Gang aus mehreren Blickwinkeln, ob sich dunkle Wolken oder Streifen bilden.
Beim Beilackieren beginne ich auf der Reparaturzone und erweitere jeden weiteren Gang nur wenig in die intakte Fläche. Gleichzeitig reduziere ich die Materialmenge leicht und halte die Bewegungsgeschwindigkeit konstant. Ein häufiger Fehler besteht darin, am Rand einfach weiter wegzugehen. Dadurch verändert sich jedoch die Tropfengröße und damit die Pigmentorientierung. Besser ist es, den Abstand möglichst stabil zu halten und die Materialabgabe gezielt zu reduzieren.
Nach ausreichender Ablüftung folgt ein leichter Orientierungsgang. Dabei wird weniger Material abgegeben, der Fächer bleibt breit und die Bahnführung parallel. Je nach Lackhersteller kann ein etwas größerer Abstand zulässig sein, doch die technische Vorgabe hat Vorrang. Der Auftrag soll trocken genug sein, um die Metallic-Pigmente gleichmäßig auszurichten, darf aber nicht so trocken werden, dass ein rauer Rand entsteht.
Vor dem Klarlack prüfe ich Farbton, Helligkeit und Effekt unter mehreren Lichtwinkeln. Ist die Fläche von vorne korrekt, wirkt aber seitlich dunkler, liegt häufig eine falsche Pigmentorientierung vor. Dann lasse ich vollständig ablüften und korrigiere mit einem sehr leichten Orientierungsgang statt mit einer nassen Schicht. Für wiederkehrende Farbtöne dokumentiere ich Düse, dynamischen Druck, Materialeinstellung, Kabinentemperatur und Ablüftzeit. Diese Angaben helfen besonders in Betrieben mit mehreren Lackierern, ein vergleichbares Ergebnis unabhängig vom Bediener zu erreichen.
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