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Kleine Kratzer und Schürfstellen an Kunststoffstoßfängern gehören in deutschen Karosseriebetrieben zum Tagesgeschäft. Wirtschaftlich wird die Reparatur jedoch nur, wenn die Bearbeitungszone klein bleibt und trotzdem ein technisch sauberer Schichtaufbau entsteht. Vor Beginn prüfe ich deshalb immer, ob der Schaden für Spot Repair geeignet ist. Tiefe Risse, Verformungen oder großflächig beschädigte Beschichtungen benötigen häufig eine umfangreichere Instandsetzung.
Zuerst wird die Oberfläche gründlich gewaschen und anschließend mit einem für Kunststoff geeigneten Reiniger entfettet. Silikon, Wachs und Pflegemittel müssen vollständig entfernt werden. Danach schleife ich die Schadstelle stufenweise aus, bis keine scharfen Lackkanten mehr vorhanden sind. Die Schleifzone wird nach außen immer feiner. Ziel ist eine flache Übergangsfläche, nicht ein tiefer Schleifkrater. Freiliegender Kunststoff wird anschließend nach Systemvorgabe mit Haftvermittler behandelt.
Bei kleinen Vertiefungen verwende ich einen geeigneten Kunststoffspachtel oder Feinspachtel und schleife die Kontur nach der Aushärtung plan. Anschließend folgt ein kompatibler Füller. Ich halte die Füllerfläche so klein wie möglich und lasse jeden Gang ausreichend ablüften. Nach der Trocknung wird der Bereich fein ausgeschliffen, bis keine Übergänge mehr tastbar sind. Eine Kontrollschicht hilft dabei, tiefe Schleifriefen oder Poren früh zu erkennen.
Für Spot Repair ist ein kontrollierter Materialauftrag wichtiger als maximale Flächenleistung. Vor dem Lackieren messe ich den dynamischen Druck direkt an der Pistole und kontrolliere das Spritzbild auf einer Testkarte. Die Hvlp spray gun Professional Automotive Tools wird so eingestellt, dass ein sauberer, gleichmäßiger Fächer mit reduzierter Materialmenge entsteht. Ein air spray gun sollte auch bei kleiner Fächerbreite fein zerstäuben; grobe Tropfen oder pulsierende Materialabgabe sind vor dem Einsatz am Fahrzeug zu beheben.
Der erste Basislackgang deckt nur den reparierten Kernbereich ab. Nach vollständiger Ablüftung erweitere ich den zweiten Gang leicht nach außen. Bei Metallic- oder Perleffektfarben wird die letzte Farbschicht als leichter Orientierungsgang appliziert. Dabei darf die Pistole nicht in einem Bogen geführt werden, weil sich sonst Abstand und Pigmentverteilung verändern. Ich halte sie möglichst parallel zur Stoßfängerform und passe die Handbewegung der Kontur an.
Vor dem Klarlack prüfe ich den Farbton unter mehreren Blickwinkeln. Sichtbare dunkle oder helle Wolken korrigiere ich erst nach ausreichender Ablüftung mit einer sehr leichten Effektpassage. Der Klarlack wird anschließend so weit erweitert, dass der Übergang in einer optisch unkritischen Zone liegt. Kanten und starke Rundungen erhalten weniger Material, weil dort Läufer besonders schnell entstehen.
Nach vollständiger Trocknung kontrolliere ich Staubeinschlüsse und Übergangsbereiche. Kleine Einschlüsse können mit feinem Finish-Schliff und Politur entfernt werden. Muss dagegen großflächig geschliffen werden, war der Prozess meist schon beim Füller- oder Klarlackauftrag zu groß angelegt. Für wiederkehrende Arbeiten dokumentiere ich Düse, Druck, Materialmenge, verwendeten Haftvermittler und Ablüftzeiten. Damit bleibt Spot Repair kalkulierbar und die Qualität zwischen verschiedenen Fahrzeugen deutlich konstanter.
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